Bautagebuch


 

... wie alles begann:

Die Jahre 2009 bis 2011 waren sehr bewegt und voller Ereignisse:


März 2009
Die EFG Güldene Pforte stellt sich schon seit einiger Zeit die
Frage, wie wir in Ilmenau eine größere gesellschaftliche
Relevanz bekommen können.
Die Stadt bietet der Gemeinde das Nachbargrundstück
"Burggasse 13" zum Kauf an. In einer Fastenzeit be-
schäftigen wir uns mit der Frage, ob dieses Angebot für
uns der richtige Weg sein soll.
   

14.06.2009
Die Gemeinde beschließt den Kauf des Grundstückes
"Burggasse 13" und beantragt am 23.06. die Eröffnung
einer Kindertagesstätte bei der Stadt.

30.06.2009
Die Stadt befürwortet den Antrag trotz zunächst kritischer Sicht und nimmt 25 zusätzliche Plätze in den Bedarfsplan auf.

August 2009
Das Architekturbüro Steffani ist in die Bauplanung eingebunden und es werden erste Grundrisse geplant. Das Haus ist noch bewohnt, aber die Mieter sind bereit bis zum Jahresende auszuziehen. 
ein schäbiger Hof eine schäbige Fassade der charakteristische Torbogen

05.11.2009
Der Stadtrat beschließt auf unseren Antrag hin uns die Kosten für das Gebäude zu erlassen und unterstützt damit sehr unser Vorhaben. Weiterhin wurde uns von der Stadt ein zinsloser Kredit für einen Teil der Finanzierung angeboten.
Erste Hausbesichtigungen lassen erahnen, dass viel Arbeit notwendig sein wird...
appetitliche Küche ...naja... ein einladendes Treppenhaus


16.11.2009
Der Verein "Burgspatzen" wird gegründet. Der Verein ist eng an die Gemeinde angebunden, aber für alle Interessenten offen. Eine erste Homepage entsteht: www.burgspatzen.de.

Dezember 2009
Eine Hiobsbotschaft erreicht uns vom Architekten. Die Sanierung des Hauses wird deutlichst teurer, als in einer ersten Kostenschätzung angenommen. Von dem Gebäude ist nur der Rohbau verwertbar. Treppenhaus, Fenster, Installation, Heizung, Dämmung... alles muss neu werden.
Damit wird unser gesamtes Finanzierungskonzept in Frage gestellt und unser Vorhaben ist kurz vor dem Aus. Wir wollen aber nicht aufgeben, versuchen Einsparpotential zu finden und rechnen neu. Dabei kommt heraus, dass mit 30 Kindern eine Finanzierung wieder möglich wird. Bei einem kurzfristigen Termin im Sozialamt bekommen wir die Möglichkeit unsere Probleme darzulegen. Trotz demographischer Entwicklung (in den nächsten Jahren wird mit starkem Geburtenrückgang gerechnet), wird uns mit 95 %iger „Hoffnung“ zugesagt, dass wir 2011 mit 30 Kindern in den Bedarfsplan aufgenommen werden. Mit 30 Kindern entspannt sich auch die Betreuungssituation deutlich, das war schon lange ein geheim gehegter Wunsch…

16.12.2009
Notarieller Kauf des Grundstückes. Ab 1. Januar sind wir für das Grundstück in Burggasse 13 verantwortlich. Aber noch sind wir keine Eigentümer. Die Eintragung in das Grundbuch soll noch 10 Monate dauern. Vorher bekommen wir keine Kredite.

12.01.2010
Es findet ein weiteres Gespräch mit dem Stadtbauamt statt. Dabei geht um die Beantragung eines zinslosen Darlehens. Auch wenn uns dieses schon einmal mündlich zugesagt wurde, ist nach den letzten Gesprächen die Mittelhöhe wieder völlig offen (zu wenig bereitgestellte Mittel vom Bund). Auch wenn das dann positiv geklärt ist, können wir mit dem Bauen aber noch nicht anfangen. Wir müssen erst eine Förderunschädlichkeit beantragen und deren Genehmigung kann auch 2 Monate dauern. Erst dann können wir mit dem Entkernen des Hauses und dem Abriss der Garagen beginnen.

 April 2010
Wir bekommen für einen vorzeitigen Baubeginn die Fördermittelunschädlichkeit zugesagt. Wir können also in Eigenleistung beginnen.

Mai 2010
In Eigenleistung wird die Burggasse 13 entkernt.
großeRäumeentstehenstaubigMüllentsorgung
Das fängt mit dem Ausräumen der drei Wohnungen an, restliche Möbel, Kühlschränke usw. Heizung, Elektroanlage, alte Öfen und Schornsteine werden abgerissen. Dann geht es an das Entfachen der Fachwerkwände. Ganz allmählich wird die alte Struktur des über 100 Jahre alten Hauses freigelegt. Bautechnologien aus über 100 Jahren. Da sind strohumwickelte Balken mit angeworfenem Lehm aus der Anfangszeit.
Deckendurchbruch Staub ohne Ende compIMG_0197.jpg
Es werden aber auch viele Bausünden aus der Neuzeit (Ende letzten Jahrhunderts) aufgedeckt, die ein solch altes Fachwerkhaus durch ungeeignete Materialien zersören.
Es sind schon 100 m³ Bauschutt entsorgt worden.

12.05.2010
Das Stadtbauamt erteilt die Baugenehmigung für den ersten Bauabschnitt.

Juni 2010
Zunächst beginnen wir in Eigenleistung die Garagen zu entkernen und die Dächer abzudecken...
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...damit anschließend mit großer Technik Wände und Fundamente abgerissen werden können.
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Die Baufreiheit für die Gewerke ist geschaffen. Entkernt kann man den sehr schlechten Zustand des Hauses erst richtig sehen. Der Rohbauer tauscht komplette Wände aus, unterfängt Fundamente usw...
neue Gründung die erste neue Mauer auch innen muss alles raus

August 2010
Die endgültige Baugenehmigung wird uns erteilt.
Der Rohbau geht recht zögernd voran: Im Erdgeschoss muss eine Wand nach der anderen abgerissen, neu gegründet und aufgemauert werden. Das alte Fachwerk war einfach weggefault.
Die Kosten für den Rohbau überschreiten unsere kühnsten Befürchtungen...
aufwändiges Abfangen der Fundamente der Anbau ist auch nicht mehr viel wert hier war mal das Plumpsklo
Da im Erdgeschoss nur eine geringe Deckenhöhe vorhanden ist beschließen wir, dass der Fußboden bis auf das Kellergewölbe abgesenkt wird. Das bedeutet fast 20 m³ harten Lehm in Handarbeit und Eigenleistung mühsam heraus hacken... Es ist wirklich ein Erdgeschoss...
compbau_05.jpg compbau_06.jpg comp_04.jpg der neue Kellereingang comp_bau_09.jpg
Bei dieser Gelegenheit bekommt der Gewölbekeller auch einen neuen Zugang.

Die neuen Stützen auf den Betonfundamenten, Deckenbalken und Fachwerkwände sehen schon vertrauenerweckend aus.
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So kann Stahlarmierung gelegt und eine solide Betonplatte gegossen werden.
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September 2010
Auf stabiler Betongründung kann der Zimmermann sein neues Fachwerk setzen. Er kann nun nach einer Verzögerung richtig loslegen. Mittlerweile sind schon viele neue Fachwerkwände gesetzt.
compCimg1800.jpg compCimg1814.jpg compCimg1829.jpg

Nun beginnen die Arbeiten, die man später auch sieht: Die Fenster werden eingesetzt.
eine neue Fachwerkwand Straßenseite neue Fenster

Oktober 2010
Leider gibt es nicht nur Fortschritte, sondern auch viele Rückschritte. Diese morschen Balken werfen uns nicht nur zeitlich sondern auch finanziell zurück. Und wieder eine Wand, die raus muss...
...verfault... sogar im Obergeschoss im Westen auch die Wand im Anbau muss raus

Hier ist nichts mehr zu retten, die Balken müssen raus, ein neues Fachwerk wir von innen angeblendet und anschließend wird das Gefache wieder zugemauert. Nicht viel besser sieht der Anbau im Erdgeschoss aus...
verfaulte Balken neu aufmauern abgerissener Anbau

Aber das ist noch nicht der letzte Abbruch: Die Giebelwand im Anbau ist kurz vorm Zusammenbruch und muss auch erneuert werden.
aufgerissener Giebel Baueinsatz Teens luftige Öffnung

Aber es geht auch vorwärts. Die 120 mm Isolierung ist angebracht und es kommt die erste Putzschicht drauf. Diese Arbeiten kann man wenigstens sehen und man bekommt langsam eine Vorstellung vom fertigen Haus.
Isolierung der Straßenseite ...der Nordseite der erste Putz

Der Unterputz ist am gesamten Haus fertig gestellt, jetzt kommt nur noch die farbige letzte Putzschicht darüber...
Der Dachdecker baut ein neues Dach auf den Anbau und das Fenster für die zukünftige Küche ein.
verputzte Hofseite Dachdecker am Anbau Dachfenstereinbau

Ein besondere Highligt:
Die Bohrfirma rückt mit schwerer Technik an, um die Tieflochbohrungen für die geothermische Heizung herzustellen. Zwei Bohrungen mit jeweils 100 m Tiefe sollen unser Haus heizen. Um ein Bohrloch zu setzen braucht man nur 6 Stunden. Anschließend werden die Rohre eingeführt und mit einer Emulsion verpresst.
Da wir weder auf Öl oder eine heiße Quelle gestoßen sind, brauchen wir für die Heizung noch eine Wärmepumpe, aber die kommt später.
Die Bohrfirma rollt an... die erste Bohrung die zweite Bohrung

November 2010

Innen geht es auch weiter. Stück für Stück wird das Fachwerk erneuert, im Erdgeschoss wird der Fußboden isoliert und der Elektriker beginnt seine Leitungen zu verlegen.
das Andreaskreuz und noch eine neue Wand das Treppenhaus

Die Aussenfassade ist fertig geworden. Der Maler hat den letzten Anstrich aufgebracht. Nun kann das Gerüst abgebaut werden.
die Giebelwand Straßenfassade, noch fehlt der Burgspatzen-Schriftzug der

Leider sieht es innen noch nicht so gut aus wie außen. Es gibt wieder Rückschläge. Es hat sich heraus gestellt, dass im Anbau die Deckenbalken teilweise ausgetauscht werden müssen. Teilweise sind das Bausünden, teilweise hat ein kaputtes Dach das Holz einfach verfaulen lassen...
\ einfach weg gefault

Alle verfaulten Balken werden ausgetauscht und die schwachen Balken werden verstärkt. Im Haus findet sich bald kein alter Balken mehr
entfernen der verfaulten Balken eine neue Decke neue Balken

Dezember 2010

Ein Tag nachdem der Farbanstrich auf die Fassade gekommen ist, beginnt es zu schneien. Das Gerüst kann gerade noch so zum Teil abgebaut werden.
frischer Schnee und schon sieht es freundlich aus nur der Torbogen ist noch alt

Unser Sonnenhof, auch im Schatten strahlt die Farbe:
Sonnenhof

Die Innenarbeiten gehen auch weiter. Noch ein paar Unterzüge sollen die Decke versteifen. Die Heizungs/Sanitärbaufirma verlegt die Leitungen, der Trockenbauer stellt Trennwände auf und das Dach wird mit einer ökologischen Zellulose-Einblasdämmung isoliert.
neue Deckenbalken Sanitärinstallation Dachisolierung

In Eigenleistung wurde im Anbau wieder eine Decke eingezogen, sodass der Fußbodenaufbau mit Fußbodenheizung und Estrich im Erdgeschoss weitergehen konnte.

 neuer Fußboden Fußbodenheizung Estrich im Sanitärbereich

Januar 2011

Das neue Jahr startete mit einer neuen Innentreppe und bestem Wetter. Sodass die Solaranlage montiert werden konnte (auch wenn der Schnee sie erstmal wieder versteckt hat). Damit ist das zweite Standbein der Wärmeversorgung auf ökologische weise sichergestellt. 

neue Innentreppe Ansicht von der Burggasse Solarthermie

Februar 2011

Der Anteil an Eigenleistungen nimmt wieder zu, nachdem die letzten Monate die Gewerke das Bild bei den Burgspatzen bestimmt haben.

So gibt es noch kleinere Wandstücken zu entfernen und das Außengelände zu beräumen.

Wand kürzen Holz in den Container stapeln Ansicht vom Parkplatz

Parallel dazu wird durch die Gewerke die Fußbodenheizung im Ober- und Dachgeschoss verlegt, sowie der Estrich aufgetragen.

Fußbodenheizung Fußbodenheizung und Estrich Estrich

Die Schuppen werden in Eigenleistung vom alten Dach befreit und durch eine neue Dachkonstruktion für das geplante Gründach vorbereitet.

Schuppen ohne Dach Schuppen mit neuem Dach

März 2011

Bei schönstem Wetter gehen im März die Eigenleistungen weiter. Der Schwerpunkt liegt erstmal weiter auf dem Außenbereich. Davon unbeirrt wird die Fertigstellung in der Burggasse 13 durch die Gewerke, aber auch in Eigenleistung weiter vorrangetrieben.

Nachmittagsstimmung Außengelände

Der Landrat und der Ilmenauer OB informierten sich über den aktuellen Stand der Arbeiten.

burgspatzen_03.jpg

Die Eigenleistungen werden weiter fortgesetzt, sodass die ersten Wände die richtige Farbe bekommen. Außerdem wird weiter das alte Dachgebälk geschliffen und das Fachwerk neu verputzt.

Eigenleistung erste Wände werden farbig Fachwerk neu verputzen

Im Außengelände werden die ersten Fundamente für die Spatzenburg geschalt und gegossen. Außerdem werden die ersten Wege angelegt und die Matschstrecke vorbereitet. Ende März wurden dann schon über 2000 Arbeitsstunden an Eigenleistung in die Burggasse 13 investiert.

Rotaract beim Burgbau Außengelände mit Kneipstrecke

April 2011

Der Fußbenbelag wurde verlegt und durch immer mehr farbige Wände werden die einzelnen Etagen immer freundlicher. In den Sanitärbereichen werden die Waschbecken gehängt. Die ersten Lampen sorgen schon für die eine oder andere Erleuchtung.

erste Lampen und neues Linoleum Waschbecken und Licht im Sanitärbereich

Im Außengelände entstehen die Konturen für die Spielflächen. So Entsteht eine Matschstrecke, die später mal von Sand gesäumt werden wird. Am Anfang der Matschstrecke ist das Rondel zum Kneipptreten.

Außengelände mit Matschstrecke Matschstrecke mit Kneippbereich Matschstrecke Kapellenfundament

Im Inneren der Burggasse 13 sind die Arbeiten schon weitestgehend abgeschlossen, sodass sich der Schwerpunkt der Arbeiten auf das Außengelände konzentriert. Hier schaffen pro Wochenende bis zu 40 Personen, damit es bis zur Eröffnung nochmal einen richtigen Ruck gibt.

Außengelände Gruppenraum Dachgeschoss Besuch vom Kindergarten St.Martin

 Auch im Außengelände konnten die Burgspatzen auf vielfältige Unterstützung zählen. So wurde die Brücke von "Burgspatzen-Eltern" gebaut und der Rollrasen von Studenten verlegt

 Außengelände Außengelände mit Trampolin und Matschstrecke Rollrasen vorbereiten

 Dank vieler Unterstützung konnten sich die Burgspatzen am 1.5.2011 mit einem schönen Haus und Außengelände präsentieren. Sogar das Wetter spielte mit.

 Burgspatzenbrücke Außengelände Straßenansicht

Eröffnung Außengelände